Diagnostik der Fruchtbarkeitsstörungen

Um die Ursachen von Fruchtbarkeitsstörungen zu klären, werden sowohl die Frau als auch der Mann untersucht. Meistens werden bei beiden Einschränkungen der Fruchtbarkeit festgestellt.

Die meisten Frauen gehen regelmäßig zur Beratung oder Untersuchung in eine gynäkologische Aztpraxis. Bei dieser Gelegenheit können sie ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt darauf ansprechen, dass eine gewünschte Schwangerschaft auf sich bislang nicht eingestellt hat. Möglicherweise finden sich schnell Hinweise auf die Ursache, zum Beispiel wenn die Frau von Zyklusunregelmäßigkeiten berichtet und ein Verdacht auf eine hormonelle Störung besteht. Übersteigen die notwendigen Untersuchungen die medizinischen Möglichkeiten der gynäkologischen Praxis, empfiehlt sich die Überweisung an eine spezialisierte Praxis oder Klinik (Fertilitätsklinik), die Ihren Schwerpunkt auf Fortpflanzungsmedizin (Reproduktionsmedizin) hat.

Für die Untersuchung des Mannes sind urologische oder andrologische Fachärzte (Andrologie = Männerheilkunde) zuständig.

Spezialpraxen und Kliniken für die Künstliche Befruchtung und Diagnostik

Inzwischen gibt es vielerorts Spezialpraxen und Kliniken für die Beratung und Behandlung von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch. In den meisten dieser Zentren für Reproduktionsmedizin wird eine Vielzahl von Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten angeboten.

Wichtige Qualitätskriterien für die Auswahl einer Praxis oder Klinik sind neben der Erfahrung der einzelnen Ärztinnen und Ärzte vor allem:

  • die verständliche Vermittlung von Informationen,
  • die Klarheit des Vorgehens bei allen Untersuchungen und Behandlungen
  • und Zeit und Fähigkeit zum Gespräch.

Das Beratungsgespräch für die künstliche Befruchtung

Ausschlaggebend bei der Entscheidung für eine Praxis oder Klinik sollten nicht nur deren Erfolgszahlen bei einzelnen Reproduktionsverfahren sein. Erfolgszahlen sind stets Durchschnittswerte, die nicht für jeden Einzelfall gelten. Hier kann es helfen, die eigene Frauenärztin oder den Frauenarzt um eine Einschätzung zu bitten. Nicht zuletzt kommt es darauf an, sich in der Praxis wohl zu fühlen und Vertrauen entwickeln zu können.

Beim ersten Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt steht die bisherige Krankengeschichte (Anamnese) im Mittelpunkt. Ratsuchende Paare werden dabei auch nach ihren derzeitigen intimen Lebensgewohnheiten sowie nach ihrer Sexualität befragt.

Vor dem Gespräch mit dem Arzt oder Ärztin kann es hilfreich sein, sich mögliche Themen zu überlegen und eine Liste mit allen wichtigen Punkten mitzubringen, die aus persönlicher Sicht angesprochen werden sollen. Dazu können auch Fragen nach dem Nutzen und Erfolgsaussichten bestimmter diagnostischer oder therapeutischer Verfahren gehören.

Wenn Sie etwas nicht verstehen, ist es wichtig dass Sie keine Scheu haben nachzufragen. Auch mögliche Ängste und Unsicherheiten sollten zur Sprache kommen. Ein gutes Verhältnis zum Arzt, Ärztin und dem klinikpersonal erleichtert es, Entscheidungen zu fällen und die oft anstrengende und langwierige Kinderwunsch-Behandlung zu bewältigen.

Nach den ärztlichen Richtlinien sollen Kinderwunschkliniken mit psychosozialen Beraterinnen und Beratern zusammenarbeiten. Sie bieten Gesprächsgruppen, Einzel- und Paargespräche oder auch Kurse zum Erlernen von Entspannungstechniken an. Besteht der Wunsch nach einer begleitenden psychologischen Betreuung und Beratung, sollten Ärztinnen und Ärzte geeignete Ansprechpartner nennen.

Die psychische und seelische Belastung ist ein wichtiger Faktor, der nicht außer Acht gelassen wird, da ernsthafte Depressionen aus nicht erfüllten Versuchen gravierende Einschnitte für die Betroffenen und Ihre Nahstehendes Umfeld haben.